Blick von der Empore in den Saal des Druckwasserwerks mit Backsteinbögen, langen Tafeln und violettem Licht

Druckwasserwerk Frankfurt: Gastronomie in einer Industriehalle

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Das historische Druckwasserwerk am Frankfurter Westhafen ist ein Maschinenraum, in dem heute gegessen wird. Backstein, hohe Rundbögen, Stahlträger und eine ovale Bar in der Mitte geben dem Saal eine Höhe, die kein Gastraum von der Stange hat.

Für das Haus sind drei Strecken entstanden: die Räume selbst, ein saisonales Menü und ein Content-Paket für Social Media. Sie zeigen dasselbe Gebäude aus drei Entfernungen — vom Saal über den Tisch bis zum einzelnen Teller.

Die Empore ist der richtige Standpunkt

Vom Boden aus ist der Saal kaum zu fassen: Die Tische verdecken einander, und die Höhe geht verloren, sobald die Kamera nach oben kippt.

Von der Empore aus liegt alles gleichzeitig im Bild — die Rundbogenfenster, die Anordnung der Tafeln, der Schachbrettboden und die Bar in der Mitte. Es ist die einzige Position, aus der sich erklärt, wie dieser Raum funktioniert.

Die violetten Lichtakzente bleiben dabei stehen. Sie sind die Hausbeleuchtung, und ohne sie wäre der Saal ein durchgehend oranger Backsteinkasten; mit ihnen bekommt er eine zweite Farbe, an der sich das Auge orientieren kann.

Der Saal des Druckwasserwerks mit gedeckten Tischen, Schachbrettboden und Backsteinwänden
Von oben ist die Ordnung der Tische zu sehen, vom Boden aus nicht.Druckwasserwerk, Frankfurt

Die Bar unter dem Rundbogen

Das zweite Motiv, das dieses Haus ausmacht, ist die Bar: ein hinterleuchtetes Flaschenregal, eingespannt in einen Backsteinbogen, darüber eine Uhr.

Der Bogen liefert den Rahmen frei Haus. Er ist symmetrisch, also steht die Kamera mittig und in Bogenhöhe — jede andere Position hätte die Symmetrie gebrochen, ohne etwas dafür zu gewinnen.

Weil das Regal von hinten leuchtet, ist es der hellste Punkt des Bildes. Die Belichtung richtet sich danach; der Backstein ringsum darf dunkel bleiben, so wie er es im Raum auch ist.

Bar mit hinterleuchtetem Flaschenregal unter einem Backsteinbogen, darüber eine Uhr
Der Bogen gibt den Bildrahmen vor, die Kamera steht mittig darin.Druckwasserwerk, Frankfurt

Ein Menü, Gang für Gang

Für das saisonale Menü wurde jeder Gang einzeln aufgenommen, und zwar mit wechselndem Untergrund und wechselndem Kamerawinkel: Tatar von oben auf hellem Porzellan, Vorspeisen auf dunkelblauem Steingut vor gelbem Marmor, Fisch auf einem schwarzen Teller, Dessert wieder auf Weiß.

Das ist kein Selbstzweck. Sechs Gänge, alle von oben und alle auf demselben Grund, ergeben eine Bildreihe, in der das dritte Bild aussieht wie das fünfte. Der Wechsel hält die Strecke lesbar.

Was gleich bleibt, ist die Lichtführung. Sie hält die Gänge als eine Serie zusammen, während Teller und Perspektive sie voneinander unterscheiden.

Rinderfilet mit dunkler Sauce und zwei Kroketten auf einem weißen Teller vor gelbem Marmor
Weißes Porzellan auf gelbem Marmor: der Untergrund wechselt mit dem Gang.Druckwasserwerk, Wintermenü

Wiederkehrende Farben für Social Media

Die dritte Strecke ist für den laufenden Betrieb entstanden und arbeitet mit einem einfachen Mittel: In jedem Bild kommt Rot oder Pink vor — als Serviette, als Gerbera auf dem Tisch, als Akzent auf einem Teller.

Ein Profil, das über Monate bespielt wird, hält nicht durch ein Motiv zusammen, sondern durch eine Wiederholung. Eine Farbe, die überall vorkommt, ist die haltbarste davon: Sie überlebt jeden Menüwechsel und jede Jahreszeit.

Dazu kommen Aufnahmen der Terrasse mit demselben Farbfaden, damit auch die Sommermonate aus demselben Vorrat bestückt werden können.

Aufsicht auf einen gedeckten Tisch mit mehreren Gerichten, roten Servietten und pinken Gerbera
Rot und Pink in jedem Bild: der Faden, der ein Profil zusammenhält.Druckwasserwerk, Social Media

Aus den drei Produktionen

Aufsicht auf einen Brunchtisch mit Pancakes, Käseplatte, Erdbeeren und Orangensaft
Der Sonntagsbrunch braucht andere Bilder als das Abendmenü.Druckwasserwerk, Frankfurt
Gedeckter Tisch auf der Terrasse mit Wein und pinken Blumen, im Vordergrund ein Olivenbaum
Draußen führt derselbe Farbfaden weiter, hier durch einen Olivenbaum gerahmt.Druckwasserwerk, Social Media

Ein Raum, der die Bilder trägt

Bei den meisten Restaurants muss eine Bildstrecke Atmosphäre herstellen. Hier ist sie schon da, und die Aufgabe verschiebt sich: Es geht darum, sie nicht zu zerstören.

Das heißt in der Praxis wenig zusätzliches Licht, Standpunkte, die die Höhe des Baus mitnehmen, und Speisenbilder, die dagegen bewusst still sind. Der Kontrast zwischen der Halle und einem einzelnen weißen Teller ist stärker als jede weitere Weitwinkelaufnahme.

Beispielbild: Restaurant- und GastronomiefotografiePassende LeistungRestaurant- und Gastronomiefotografie