Geschwungene Theke am Panoramafenster mit Tischleuchten, dahinter die Stadt in der Dämmerung

Franziska im Henninger Turm: Bar über Frankfurt

Veröffentlicht am

Das Franziska liegt hoch über Frankfurt im Henninger Turm. Die Theke folgt der Rundung des Gebäudes, die bodentiefen Fenster öffnen den Blick über die Stadt, und beides gehört im Bild zusammen.

Fotografiert wurde am Abend, zur blauen Stunde und danach — also genau dann, wenn dieser Ort besucht wird. Eine Aufnahme bei Tageslicht hätte einen anderen Raum gezeigt als den, in dem Gäste tatsächlich sitzen.

Die blaue Stunde ist ein kurzes Fenster

Es gibt am Abend eine Phase von etwa zwanzig Minuten, in der der Himmel draußen und die Beleuchtung drinnen ähnlich hell sind. Nur in dieser Zeit sind Skyline und Innenraum in einer Aufnahme gleichzeitig zu halten.

Davor überstrahlt der Tageshimmel den Raum, danach wird die Fensterscheibe zum Spiegel und zeigt statt der Stadt die Decke der Bar. Wer beides braucht, plant den Termin um diese Minuten herum und hat die Standpunkte vorher festgelegt.

Das ist der Grund, warum solche Aufnahmen nicht nebenbei entstehen: Der Aufbau muss stehen, bevor das Licht kommt.

Fensterfront mit der Skyline in der Dämmerung, auf der Theke Flaschen und goldene Tischleuchten
Innen und außen gleich hell: dieses Verhältnis hält nur wenige Minuten.Franziska, Henninger Turm

Der Kamerastandpunkt folgt der Kurve

Die Theke ist rund, weil das Gebäude rund ist. Stellt man sich frontal davor, wird daraus eine gerade Linie und der Turm verschwindet aus dem Bild.

Steht die Kamera dagegen am Anfang der Biegung, staffeln sich Theke, Leuchten, Fensterachsen und Stadt in die Tiefe. Die Rundung wird zur Führung, die den Blick durch das ganze Bild zieht.

Die Leuchten auf dem Tresen übernehmen dabei den Takt: Sie wiederholen sich in gleichem Abstand und machen die Entfernung lesbar, die eine leere Theke sonst verschluckt.

Reihe goldener Tischleuchten auf der geschwungenen Theke, im Hintergrund Gäste im blauen Licht
Die Leuchten in gleichem Abstand machen die Länge der Theke sichtbar.Franziska, Henninger Turm

Der Betrieb gehört ins Bild

Ein Teil der Serie ist während des Abends entstanden, mit Gästen an der Theke, Flaschen im Eisbett und farbigem Licht im Raum.

Diese Bilder sind technisch schwieriger als eine leere Bar: Menschen bewegen sich, das Licht wechselt die Farbe, und lange Belichtungszeiten scheiden aus. Dafür beantworten sie die Frage, die ein leerer Raum offen lässt — wie voll es hier ist und wie sich das anfühlt.

Beides zusammen ergibt den brauchbaren Bestand: leere Räume für Architektur und Reservierung, belebte für alles, was von einem Abend erzählen soll.

Bartresen im Abendbetrieb mit farbigem Licht und der Fensterfront zur Stadt
Farbiges Licht im Betrieb: kurze Zeiten, offene Blende, kein Stativ.Franziska, Henninger Turm

Weitere Aufnahmen von oben

Sitznische mit Kissen vor der Fensterfront, dahinter die Stadt bei Nacht
Die Nische am Fenster: hier ist die Stadt der Hintergrund des Sitzplatzes.Franziska, Henninger Turm
Blick aus dem Fenster über die beleuchtete Stadt bei Nacht
Nach der blauen Stunde bleibt die Stadt, der Raum verschwindet.Franziska, Henninger Turm

Warum die Aussicht allein nicht reicht

Bei einem Haus in dieser Höhe ist die Versuchung groß, die Stadt zu fotografieren und das Lokal beiläufig mitzunehmen. Das Ergebnis sind Bilder, die überall dort entstanden sein könnten, wo ein Fenster hoch genug hängt.

Erst die Verbindung aus Panorama, Theke, Licht und Betrieb zeigt, wie sich der Ort tatsächlich anfühlt: laut oder ruhig, hell oder dunkel, zum Sitzen oder zum Stehen. Die Skyline ist dabei das Argument, nicht das Motiv.

Beispielbild: Restaurant- und GastronomiefotografiePassende LeistungRestaurant- und Gastronomiefotografie