Terrasse mit türkisen Stühlen und rosa Sesseln vor einer mit Blumen bewachsenen Fassade

Chinaski Frankfurt: vom hellen Café bis zur Bar bei Nacht

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Das Chinaski zeigt im Tagesverlauf zwei verschiedene Gesichter. Morgens und mittags bestimmen Tageslicht, Kaffee, Bowls und die offene Fensterfront den Eindruck. Abends übernehmen Cocktails, Neonlicht und die hinterleuchtete Flaschenwand.

Für das Haus sind deshalb mehrere Bildstrecken entstanden: die Tagesbar mit Terrasse und Gästen, eine Speisenserie auf hellem Marmor und eine Cocktailserie im Gegenlicht der Bar. Drei Anlässe, drei Lichtsituationen — und trotzdem eine Bildwelt, die als eine erkennbar bleibt.

Die Tagesbar: Farbe, die schon im Raum liegt

Türkise Außenstühle, rosa Polster, eine üppig bewachsene Fassade und eine Fensterfront, die sich ganz öffnen lässt — das Farbschema muss hier nicht hergestellt werden, es ist eingebaut.

Die Aufnahmen nehmen es auf, statt es zu beruhigen. Ein türkiser Tisch trägt eine Bowl, ein rosa Sessel steht neben grünem Blattwerk, und im Hintergrund läuft die Straße mit. Dass Gäste im Bild sind, ist dabei kein Zufall: eine Terrasse ohne Menschen sieht geschlossen aus.

Zwei Gäste an einem türkisen Tisch im Freien mit Bowls und Getränken, dahinter die Straße
Draußen am Tisch: die Umgebung erklärt die Lage besser als eine Adresse.Chinaski Tagesbar

Speisen auf hellem Marmor

Die Küche arbeitet mit Farbe: Avocado, Rote-Bete-Hummus, Süßkartoffel, Sprossen, Beeren, Blüten. Auf einem dunklen Untergrund wäre davon wenig übrig geblieben. Der helle Marmor gibt jeder dieser Farben ihren eigenen Platz.

Zutaten liegen bewusst neben dem Teller — eine halbe Avocado, eine rohe Rote Bete, ein Zweig Kräuter. Sie erklären das Gericht, ohne dass ein Satz dazu nötig wäre, und sie geben dem Bild eine zweite Ebene, in der etwas unscharf sein darf.

Fotografiert wurde überwiegend von leicht schräg oben. Diese Perspektive zeigt bei einer Bowl den Inhalt und bei einem Toast trotzdem noch die Höhe des Belags.

Bowl mit Avocado, Süßkartoffel, Rote-Bete-Hummus und Sprossen, daneben Rote Bete und ein rotes Getränk
Die Zutaten neben dem Teller ersparen der Karte eine Erklärung.Chinaski Food

Cocktails im Gegenlicht

Für die Getränke kehrt sich das Prinzip um. Das Licht kommt jetzt von hinten, nicht von der Seite: Eis, Zitrusscheiben und farbige Flüssigkeit werden dadurch durchscheinend statt massiv, und die Lichtpunkte der Bar lösen sich im Hintergrund zu weichen Kreisen auf.

Ein Cocktail, von vorn angeleuchtet, sieht aus wie ein farbiger Block. Von hinten angeleuchtet sieht er aus wie ein Getränk.

Die Bar selbst bleibt dabei im Bild — als Bokeh, als Neonschriftzug, als Reflex auf der Theke. Das Glas steht so nie im Nichts, sondern immer erkennbar in diesem Haus.

Rosafarbener Cocktail im Stielglas mit Zitrusspirale vor dunklem Barhintergrund
Gegenlicht macht aus Eis und Flüssigkeit wieder etwas Durchsichtiges.Chinaski Drinks

Formate, die zum Kanal passen

Die Motive liegen in Quer-, Hoch- und quadratischen Fassungen vor. Das ist keine Fleißarbeit im Nachhinein, sondern eine Entscheidung am Set: Wer ein Hochformat aus einem Querformat schneidet, verliert den Teller oder die Hälfte des Raumes.

Für ein Haus mit Tagesbetrieb und Abendbetrieb ist das besonders praktisch. Die Getränkekarte braucht andere Ausschnitte als die Website, und eine Story braucht wieder andere als eine Anzeige.

Aufsicht auf einen Marmortisch mit Bowls, Cappuccino und Avocado-Toast, Hände greifen ins Bild
Eine Aufsicht trägt das Quadrat, ohne dass etwas nachträglich weggeschnitten wird.Chinaski Tagesbar

Aus allen drei Produktionen

Grüne Pasta mit Brokkoli in einer hellen Schale, daneben grüner Spargel und ein grüner Smoothie
Ein Gericht, das fast nur aus einer Farbe besteht, braucht Struktur statt Kontrast.Chinaski Food
Cocktail im Stielglas vor einem grünen Neonschriftzug
Das Neon bleibt farbig — es gehört zum Abend und wird nicht neutralisiert.Chinaski Drinks

Ein Haus, mehrere Tageszeiten

Betriebe mit zwei Betriebsformen unter einem Namen stehen vor derselben Aufgabe: Wer nur die eine zeigt, verliert die andere. Wer beide zeigt, riskiert eine Bildstrecke, die aussieht, als gehöre sie zu zwei Häusern.

Der Ausweg liegt nicht darin, das Licht anzugleichen — das wäre gegen den Ort gearbeitet. Er liegt in den Dingen, die in beiden Strecken gleich bleiben: die Farben des Hauses, die Nähe zum Motiv, die Bereitschaft, den Raum um das Glas herum sichtbar zu lassen.

Beispielbild: Restaurant- und GastronomiefotografiePassende LeistungRestaurant- und Gastronomiefotografie