
Das Rebenhaus in Rüdesheim: Gastronomie über dem Rheintal
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Das Rebenhaus liegt an einem Hang oberhalb von Rüdesheim und verbindet Gastronomie, Übernachtung und Landschaft an einer Adresse. Eine Serie, die nur die Teller zeigt, würde von diesem Ort das Wesentliche weglassen.
Fotografiert wurden deshalb die Terrasse unter dem Rebendach, gedeckte Tische, Speisen, die Gästezimmer, die Weinberge und der Blick über den Fluss — dazu eine Aufnahme aus der Luft, die erklärt, wie all das zusammenliegt.
Die Aussicht ist kein Hintergrund
Auf den Terrassenbildern liegt das Rheintal nicht hinter der Szene, sondern in ihr. Die Kamera steht so, dass Tisch, Geländer, Hang und Fluss in einer Linie gestaffelt sind: Der Blick läuft vom Gedeck über die Brüstung ins Tal.
Das ist eine Frage des Standpunkts, nicht des Objektivs. Ein Schritt zurück, und die Brüstung schneidet das Tal ab; ein Schritt zur Seite, und der Tisch steht vor einer leeren Fläche.

Das Laubdach macht das Licht
Über der Terrasse liegen Reben. Sie filtern die Sonne, werfen bewegte Schatten auf die karierten Decken und färben das Licht leicht grün.
Dieses Licht ist nicht neutral, und es zu neutralisieren wäre der falsche Weg. Es ist der einzige Beleg dafür, dass die Aufnahme wirklich unter diesem Dach entstanden ist und nicht auf irgendeiner Terrasse.
Was dabei Aufmerksamkeit braucht, ist der Kontrast: Zwischen einem Sonnenfleck auf der Tischdecke und dem Schatten daneben liegen mehrere Blendenstufen. Der Aufnahmezeitpunkt entscheidet, ob beides zugleich zu halten ist.

Zimmer, die denselben Blick haben
Neben der Gastronomie sind die Gästezimmer aufgenommen: helle Räume mit einfachem Mobiliar, deren Fenster in dieselbe Richtung zeigen wie die Terrasse.
Bei Zimmeraufnahmen fällt die Entscheidung am Fenster. Belichtet man auf den Raum, brennt die Aussicht weiß aus; belichtet man auf die Aussicht, wird der Raum dunkel. Beides zugleich zu halten, ist der eigentliche Aufwand — und es lohnt sich hier, weil genau dieser Blick den Unterschied zwischen diesem Zimmer und jedem anderen ausmacht.

Eine Aufnahme aus der Luft erklärt die Lage
Vom Boden aus lässt sich nicht zeigen, wie das Haus zwischen Rebzeilen, Hang und Fluss liegt. Die Luftaufnahme übernimmt das in einem einzigen Bild: Weinberge, das Gebäude am Hang, dahinter der Rhein.
Sie ersetzt keine der Nahaufnahmen, aber sie ordnet sie ein. Wer sie gesehen hat, weiß beim nächsten Terrassenbild, wohin er blickt.

Weitere Aufnahmen vom Haus


Wenn die Landschaft zum Betrieb gehört
Ein Haus wie dieses lässt sich nicht über seine Speisekarte erzählen. Die Aussicht ist kein Zusatz, sondern der Grund, warum jemand den Hang hinauffährt.
Für die Bildstrecke heißt das: Jedes Motiv trägt ein Stück des Ortes mit — der Teller die karierte Decke, die Decke das Laubdach, das Laubdach den Fluss dahinter. Wer die Reihe zu Ende sieht, weiß, wo er war.


