Sitzecke mit pinken Polstern vor einer Palmentapete, darüber Leuchten aus Korbgeflecht

Flamingo Restaurant: Interior zwischen Pink, Palmen und Neon

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Im Flamingo Restaurant ist die Einrichtung ein Teil des Konzepts und nicht sein Rahmen. Palmentapete, pinke Polster, gelbe Stühle, rosa Tische, Korbleuchten, Pflanzen und ein Neonschriftzug ergeben eine Bildwelt, die sich nicht zurückhält.

Die fotografische Aufgabe war deshalb nicht, Farbe hinzuzufügen, sondern sie zu ordnen. Ein Raum mit sechs starken Farben wird auf einem Foto schnell unruhig — im Raum selbst verteilt der Blick sie über die Zeit, ein Bild zeigt alle gleichzeitig.

In jedem Bild führt eine Farbe

Im Innenraum bilden die pinken Sitzflächen eine durchgehende Linie durch das Bild, während Tapete und Leuchten als strukturierter Hintergrund zurücktreten. Auf der Terrasse übernehmen die gelben Stühle diese Rolle, und Pink liegt dann nur noch auf den Tischen.

Die Entscheidung fällt am Standpunkt: Man stellt sich so, dass eine der vorhandenen Farben eine Reihe bildet. Alles Weitere bleibt Fläche.

Damit ist auch die Reihenfolge der Bilder gesetzt. Nebeneinander gelegt wechseln sie ihre Leitfarbe, statt sie zu wiederholen — eine Strecke, in der dreimal hintereinander Pink führt, sieht aus wie dreimal dasselbe Bild.

Terrasse mit gelben Stühlen, weißen Bänken aus Paletten und rosa Tischen unter einem Sonnenschirm
Draußen führen die gelben Stühle, drinnen die pinken Polster.Flamingo Restaurant

Pflanzen im Vordergrund geben Tiefe

Mehrere Aufnahmen sind durch Blattwerk hindurch entstanden. Die unscharfen Pflanzenteile am Bildrand tun zwei Dinge zugleich: Sie legen eine Ebene vor den Raum, und sie verdecken, was sonst mit dem Hauptmotiv konkurrieren würde.

Bei einem Raum, in dem an jeder Wand etwas passiert, ist das ein praktisches Werkzeug. Ein Bild ohne Vordergrund zeigt alle Wände gleich deutlich; eines mit Vordergrund entscheidet für den Betrachter, wo er anfängt.

Zwei Blechschilder mit Strand- und Cocktailmotiven auf Palmentapete, im Vordergrund unscharfe Blätter
Durch das Blattwerk fotografiert: der Vordergrund lenkt den Blick.Flamingo Restaurant

Die Details, die Gäste selbst fotografieren

Ein Teil der Serie nimmt gezielt die Einzelstücke auf: die Vintage-Schilder an der Tapete, den Neonschriftzug vor der grünen Pflanzenwand, die Korbleuchten über den Bänken.

Das sind genau die Motive, vor denen Gäste stehen bleiben und selbst zum Telefon greifen. Wer sie im eigenen Bestand hat, kann sie ankündigen, statt darauf zu warten, dass jemand anderes sie zeigt.

Für die Nachnutzung sind sie zudem die dankbarsten Bilder: Ein Detail funktioniert quadratisch, hochkant und als Ausschnitt, ohne dass ein Raum zerschnitten wird.

Pinker Neonschriftzug „All you need is love" auf einer grünen Pflanzenwand vor Backstein
Das Neon bleibt in seiner eigenen Farbe: es ist kein Fehler im Weißabgleich.Flamingo Restaurant

Weitere Aufnahmen aus dem Haus

Innenraum mit rosa Tischen, dunkelroten Stühlen, Korbleuchten und einer Fensterfront
Der Gastraum in ganzer Länge, mit den Leuchten als Taktgeber.Flamingo Restaurant
Innenraum mit rosa Tischen und einem Wandbild mit Flamingos neben der Fensterfront
Das namensgebende Motiv steht an der Wand, nicht auf der Karte.Flamingo Restaurant

Ordnen, ohne zu beruhigen

Eine Serie über einen farbigen Raum kann auf zwei Arten scheitern: Sie kann alles zeigen und dabei unlesbar werden, oder sie kann so weit aufräumen, dass vom Charakter nichts übrig bleibt.

Der Weg dazwischen führt über Führung statt Reduktion. Jedes Bild bekommt eine Farbe, die es anführt, und alles andere ordnet sich dieser unter. Der Raum bleibt so laut, wie er ist — nur nicht mehr alles gleichzeitig.

Beispielbild: Interior- und HotelfotografiePassende LeistungInterior- und Hotelfotografie