Festsaal mit Kronleuchtern und langen eingedeckten Tafeln während einer Veranstaltung

Hotelfotografie: So bereiten Sie Ihr Hotel auf das Fotoshooting vor

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Professionelle Hotelfotos vermitteln Gästen einen ersten Eindruck, lange bevor sie das Haus betreten. Sie zeigen Zimmer und Ausstattung, und sie transportieren Atmosphäre, Qualität und Charakter eines Hauses.

Damit beim Fotoshooting belastbare Aufnahmen entstehen, müssen viele Bereiche gleichzeitig vorbereitet sein. Kleine Details verändern die Wirkung eines Bildes: ein schiefes Kissen, ein sichtbares Kabel, vier unterschiedlich eingedeckte Tische, Fahrzeuge vor der Fassade.

Eine gute Vorbereitung sorgt dafür, dass die Stunden vor Ort in Bilder gehen und nicht ins Aufräumen. Und sie hält die Bildserie zusammen, damit sie nach einem Haus aussieht und nicht nach elf.

Vor dem Shooting: Welche Bilder werden benötigt?

Am Anfang sollte feststehen, wo die Aufnahmen später eingesetzt werden. Die geplante Verwendung entscheidet über Motive, Formate und den Umfang des Termins.

Typische Einsatzorte

  • Hotelwebsite
  • Buchungsportale
  • Google-Unternehmensprofil
  • Social Media
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Anzeigen und Broschüren
  • Tagungs- und Veranstaltungsunterlagen
  • Angebote für Reiseveranstalter
  • interne Präsentationen

Eine Website braucht meist breite Aufnahmen, Instagram funktioniert im Hochformat, und ein Buchungsportal erwartet eine vollständige, verständliche Darstellung jeder Zimmerkategorie.

Deshalb plane ich neben klassischen Querformaten immer auch Hochformate ein und lasse Fläche frei, auf der später Text oder ein Gestaltungselement liegen kann.

Eine verbindliche Motivliste erstellen

Eine Motivliste schafft Klarheit und verhindert, dass ein wichtiger Bereich vergessen wird. Abgestimmt wird sie mit Marketing, Direktion und den verantwortlichen Abteilungen — nicht am Shootingtag zwischen Tür und Angel.

Mögliche Motive

  • Außenansicht und Eingang
  • Lobby und Rezeption
  • die verschiedenen Zimmerkategorien
  • Badezimmer
  • Restaurant und Bar
  • Frühstücksbereich
  • Speisen und Getränke
  • Tagungs- und Veranstaltungsräume
  • Wellness- und Fitnessbereiche
  • Terrasse, Garten oder Pool
  • besondere Architekturdetails
  • Service- und Mitarbeitersituationen
  • Ausblick und Umgebung

Bei größeren Häusern ordne ich die Liste nach Priorität. Was unmittelbar auf Buchungen einzahlt, wird zuerst fotografiert — dann kostet eine Verzögerung am Nachmittag kein Kernmotiv.

Zimmer vollständig vorbereiten

Hotelzimmer wirken auf Bildern anders als bei einer Besichtigung. Die Kamera zeigt kleine Unregelmäßigkeiten, die einem Gast im Raum nicht auffallen: eine Falte im Laken, ein schiefes Kissen, ein Kabel am Nachttisch.

Vor der Aufnahme geprüft

  • Bettwäsche ist glatt und faltenfrei.
  • Die Kissen sind gleichmäßig angeordnet.
  • Tagesdecken und Vorhänge hängen sauber.
  • Die Nachttische sind symmetrisch eingerichtet.
  • Kabel und Fernbedienungen liegen außerhalb des Bildes.
  • Fernseher und Displays sind ausgeschaltet oder bewusst vorbereitet.
  • Fenster, Spiegel und Glasflächen sind gereinigt.
  • Alle Lampen funktionieren und haben dieselbe Lichtfarbe.
  • Mülleimer und unnötige Hinweisschilder sind entfernt.
  • Die Badezimmerartikel sind vollständig und ausgerichtet.
  • Handtücher sind sauber gefaltet.
  • Die Toilettendeckel sind geschlossen.

Persönliche Dekoration setze ich nur ein, wenn sie zum Markenbild des Hauses passt. Zu viele Accessoires lassen ein Zimmer kleiner und unruhiger wirken, als es ist.

Die passende Zimmerkategorie auswählen

Nicht jedes Zimmer einer Kategorie eignet sich gleich gut. Unterschiede bei Ausblick, Grundriss, Tageslicht oder Möblierung sind im Bild deutlich sichtbar.

Das Zimmer für den Termin

  • repräsentiert den angebotenen Standard realistisch
  • hat einen attraktiven Ausblick
  • bekommt viel natürliches Licht
  • ist vollständig instand gesetzt
  • zeigt keine sichtbaren Gebrauchsspuren
  • wird während des Shootings nicht anderweitig gebraucht

Die Aufnahmen sollen attraktiv sein und dürfen dem Gast trotzdem keine Ausstattung versprechen, die es in der gebuchten Kategorie nicht gibt. Ein Bild, das mehr zeigt als das Zimmer hergibt, kostet an der Rezeption mehr, als es bei der Buchung eingebracht hat.

Lobby und öffentliche Bereiche koordinieren

In Lobby, Rezeption und Fluren herrscht Bewegung. Ohne Absprache entstehen dort Wartezeiten oder Bilder, auf denen ein Gepäckwagen die Bildmitte hält.

Am besten liegt der Termin in einer Phase mit wenig Gästeverkehr. Rezeption und Housekeeping kennen den Ablauf, und Gepäckwagen, Reinigungsutensilien, Lieferungen und interne Hinweisschilder verlassen für die Aufnahme den Bildbereich.

Wenn Mitarbeiter oder Modelle zu sehen sein sollen

  • Wer wird fotografiert?
  • Welche Kleidung wird getragen?
  • Welche Situation soll dargestellt werden?
  • Wann sind die Personen verfügbar?
  • Wer organisiert die erforderlichen Freigaben?
Eingang zum Veranstaltungsraum eines Hotels während eines Abendevents
Öffentliche Bereiche vertragen Bewegung — aber nur die, die geplant ist. Aufgenommen im Steigenberger Frankfurter Hof.

Restaurant und Bar vorbereiten

In der Gastronomie geht es nicht nur um die Einrichtung. Tischgestaltung, Licht, Speisen und Service müssen im selben Bild zusammenpassen.

Die Tische sind vor der Aufnahme vollständig und einheitlich eingedeckt, Gläser, Besteck, Servietten und Stühle sind ausgerichtet. Barfläche, Flaschenregal und Kaffeemaschine gehören genauso dazu — sie stehen im Hintergrund fast jeder Aufnahme.

Eingedeckte Tische in einem Restaurant vor Beginn einer Veranstaltung
Einheitlich eingedeckt, ausgerichtet und ohne Lücke in der Reihe: So trägt ein Restaurantbild auch den Blick in die Tiefe.

Speisen und Getränke zeitlich abstimmen

Für Food-Aufnahmen braucht die Küche den Ablauf früh — nicht erst, wenn die Kamera steht.

Was vorher feststehen sollte

  • welche Gerichte fotografiert werden
  • wann sie fertig sein müssen
  • wie viele Varianten benötigt werden
  • wer für das Anrichten verantwortlich ist
  • ob Zutaten oder Dekoration zusätzlich bereitstehen

Ein Teller verliert seine beste Wirkung in wenigen Minuten. Kamera, Licht und Bildaufbau stehen deshalb, bevor das Gericht den Aufnahmebereich erreicht — nicht danach.

Zwei Köche richten Teller an, bevor die Gerichte fotografiert werden
Angerichtet wird für die Kamera in derselben Minute, in der fotografiert wird. Alles davor ist Vorbereitung.

Die Bar als eigenes Motiv behandeln

Eine Bar lebt von der Bewegung dahinter: dem Glas, der Flasche, der Hand am Shaker. Diese Aufnahmen brauchen jemanden hinter dem Tresen, der den Handgriff mehrmals wiederholen kann, und ein Regal, das für die Kamera aufgeräumt wurde.

Preisschilder, Spülbecken und Putzlappen fallen im Bild sofort auf und sind in einer Minute weggeräumt. Der Blick geht dorthin, wo die Unordnung ist.

Barkeeper präsentiert Flasche und Glas hinter dem Tresen einer Champagnerbar
Eine Bar ohne Menschen ist Ausstattung. Ein Handgriff hinter dem Tresen macht daraus ein Angebot.

Tagungs- und Veranstaltungsräume zeigen

Ein leerer Tagungsraum wirkt sachlich und selten einladend. Eine vollständige Bestuhlung und eine passende Tischgestaltung zeigen dagegen, was in dem Raum tatsächlich möglich ist.

Je nach Zielgruppe sinnvoll

  • Reihenbestuhlung
  • parlamentarische Bestuhlung
  • Konferenzanordnung
  • festlich eingedeckte Banketttische
  • Empfang oder Networking-Situation

Bildschirme und Projektionsflächen bekommen vorbereitete Inhalte. Vertrauliche Daten, fremde Marken und ein provisorischer Desktop haben darauf nichts verloren: Sie machen ein gutes Bild unbrauchbar, und das fällt erst auf, wenn der Termin vorbei ist.

Leerer Veranstaltungssaal mit Reihenbestuhlung vor Beginn
Reihenbestuhlung, vollständig gestellt und ausgerichtet: der Raum eine Stunde vor der Veranstaltung.
Saal mit Tafeln in Blockanordnung, an denen eine Jury arbeitet
Ein Saal in Benutzung erklärt seine Kapazität besser als ein leerer: Tafeln gestellt, Wege frei, jeder Platz belegt.

Außenaufnahmen nach Wetter und Sonnenstand planen

Die Außenansicht ist oft das wichtigste Motiv eines Hauses, und sie hängt an Tageszeit und Wetter. Am frühen Morgen sind Zufahrt und Eingang ruhig. Am späten Nachmittag und in der Dämmerung trägt die Mischung aus Restlicht und eingeschalteter Innenbeleuchtung die Stimmung.

Vor den Außenaufnahmen geprüft

  • Sind Fassade und Eingang sauber?
  • Funktioniert die Außenbeleuchtung?
  • Sind Fahnen und Beschilderung in gutem Zustand?
  • Lassen sich störende Fahrzeuge vorübergehend umparken?
  • Sind Terrasse und Außenmöbel vollständig vorbereitet?
  • Muss saisonale Dekoration angepasst werden?

Wetter lässt sich nicht bestellen. Ein Ausweichtermin im Angebot ist deshalb keine Vorsicht, sondern Teil der Planung.

Dachterrasse mit Loungemöbeln und Gästen im Licht der untergehenden Sonne
Am späten Nachmittag steht die Sonne tief, und die Fläche bekommt Zeichnung. Wer diese Stunde mitnehmen will, steht vorher auf der Terrasse.
Terrasse am Main mit Tischen, im Hintergrund der Eiserne Steg im Abendlicht
Der Ausblick gehört zum Motiv. Außenmöbel werden dafür genauso gestellt wie die Tische drinnen: gerade, vollzählig, und ohne zusammengeklappten Schirm im Bild.

Einheitliche Beleuchtung sicherstellen

Unterschiedliche Leuchtmittel führen zu unterschiedlichen Farben im selben Raum. Besonders sichtbar wird das, wenn sehr warmes Kunstlicht, kalte LEDs und Tageslicht aufeinandertreffen.

Defekte Lampen werden vorher ersetzt, und wo es geht, wird die Lichtfarbe vereinheitlicht. Jede sichtbare Leuchte sollte brennen, auch die, die für die Belichtung nicht gebraucht wird — eine dunkle Lampe im Bild liest sich als Defekt.

Zeitschaltungen und Bewegungsmelder sind der zweite Punkt. Eine Person im Haus sollte wissen, wie sich die relevanten Lichtkreise dauerhaft ein- und ausschalten lassen.

Festlich eingedeckte lange Tafeln unter warmen Hängeleuchten in einer Holzhalle
Eine durchgehende Lichtfarbe hält den Raum zusammen. Gemischtes Licht kostet in der Bearbeitung mehr Zeit, als das Umschrauben gekostet hätte.

Einen realistischen Zeitplan festlegen

Wie lange ein Hotelshooting dauert, hängt an Anzahl und Komplexität der Motive. Ein Zimmer ist nicht in wenigen Minuten fotografiert: Vorbereitung, Perspektive, Licht und Details brauchen Zeit.

Im Zeitplan mitgedacht

  • Umbauten zwischen zwei Raumvarianten
  • Wege innerhalb des Hauses
  • Verfügbarkeit von Mitarbeitern und Modellen
  • Zubereitung der Speisen
  • wechselnde Lichtverhältnisse
  • Gästeverkehr
  • Pausen und unvorhergesehene Verzögerungen

Eine Ansprechperson mit Entscheidungsbefugnis sollte während des gesamten Termins erreichbar sein. Die meisten Verzögerungen entstehen nicht am Motiv, sondern an einer Frage, die niemand beantworten darf.

Checkliste für den Shootingtag

Vor Beginn der Aufnahmen sollten diese Punkte abgeschlossen sein.

  • Alle Aufnahmebereiche sind gereinigt.
  • Die ausgewählten Zimmer sind nicht belegt.
  • Housekeeping und Rezeption kennen den Zeitplan.
  • Alle Leuchten funktionieren.
  • Dekoration und Möblierung sind vollständig.
  • Störende Kabel, Schilder und Arbeitsmaterialien sind entfernt.
  • Mitarbeiter und Modelle sind informiert.
  • Die benötigte Kleidung liegt bereit.
  • Speisen und Getränke sind zeitlich abgestimmt.
  • Der Zugang zu allen Bereichen ist gewährleistet.
  • Eine entscheidungsbefugte Ansprechperson ist vor Ort.
  • Die Motivliste liegt in aktueller Fassung vor.

Nach dem Shooting

Nach der Aufnahme werden die Bilder ausgewählt und bearbeitet. Welche Dateiformate, Größen und Varianten gebraucht werden, sollte schon vorher feststehen — sonst wird zweimal exportiert.

Für die langfristige Nutzung lohnt sich eine Ablage nach Bereichen oder Zimmerkategorien. Marketing, Vertrieb und Buchungsmanagement finden die Bilder dann schneller und setzen sie richtig ein.

Wird ein Bereich später renoviert oder neu ausgestattet, gehören die betroffenen Motive aktualisiert. Aktuelle Aufnahmen schaffen Vertrauen und ersparen dem Empfang die Diskussion über ein Zimmer, das es so nicht mehr gibt.

Meine Hotelaufnahmen ansehen

Eine sorgfältige Vorbereitung spart am Shootingtag Zeit und hält die Bildserie einheitlich. Bei Motivliste und Ablauf unterstütze ich gern schon in der Planung. Eine Auswahl der bisherigen Arbeiten steht unter Hotelfotografie — Projekte. Für eine Einschätzung brauche ich Angaben zum Haus, zu den gewünschten Bereichen und zur vorgesehenen Verwendung der Bilder.