
Cucina Mediterraneo in Frankfurt: italienische Küche im Bild
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Für das Cucina Mediterraneo sind zwei Speisenserien entstanden, und sie sehen unterschiedlich aus. Die eine steht auf einer grau melierten Leinendecke, die andere auf verwittertem blauem Holz.
Beide zeigen dieselbe Küche: Spaghetti alle vongole, Garnelen mit Zucchini, Carpaccio, Pizza, Pasta, Fisch und Fleisch. Was sie unterscheidet, ist eine Entscheidung über den Untergrund — und die verändert mehr am Ergebnis als jede Zutat auf dem Teller.
Die erste Serie: grau meliertes Leinen
Italienische Gerichte bestehen oft aus wenigen, klar erkennbaren Zutaten. Diese Einfachheit ist im Bild ein Vorteil und ein Risiko zugleich: Es gibt nichts, hinter dem sich eine ungenaue Anrichtung verstecken könnte.
Die graue Leinenstruktur unter den Tellern gibt der Serie einen ruhigen, gleichbleibenden Grund. Sie hat genug Textur, um nicht leer zu wirken, und zu wenig Farbe, um mit dem Essen zu konkurrieren. Weißes Porzellan hebt sich davon ab, ohne zu leuchten.
Das Licht kommt überwiegend von schräg hinten. Es zeichnet die Ränder der Muscheln, den Glanz der Sauce und die Kanten des Carpaccio nach — von vorn beleuchtet wären beide Gerichte flach geblieben.

Geringe Schärfentiefe hält den Blick am Teller
Ein Teil der Aufnahmen ist mit offener Blende entstanden. Vorderer Tellerrand und Tischfläche laufen dabei weich auseinander, während die Zutat, um die es geht, scharf bleibt.
Das ist mehr als ein Effekt. In einem Restaurant liegt selten nur ein Gegenstand auf dem Tisch, und Besteck, Gläser oder eine zweite Portion würden im scharfen Bild um Aufmerksamkeit konkurrieren. Die Unschärfe entscheidet, worauf der Blick zuerst fällt.
Bei den Aufsichten kehrt sich das um: Dort liegt die gesamte Anrichtung in einer Ebene, alles bleibt scharf, und die Ordnung auf dem Teller wird zum Motiv.

Die zweite Serie: blaues Holz von oben
Die zweite Produktion arbeitet mit einem verwitterten blauen Holztisch und fotografiert fast durchgehend senkrecht von oben. Damit ändert sich die Aufgabe: Nicht mehr die Höhe eines Gerichts wird gezeigt, sondern seine Anordnung.
Blau ist die Gegenfarbe zu fast allem, was auf einem italienischen Teller liegt — zu Tomate, zu Öl, zu Krustentieren, zu gebackenem Teig. Der Kontrast ist kräftig und macht auch ein zurückhaltendes Gericht auf einem kleinen Bildschirm noch erkennbar.
Das ist der Grund, warum diese Serie auf Social Media besser trägt als die erste, während die erste auf einer gedruckten Karte ruhiger wirkt.

Aus beiden Serien


Warum der Untergrund die Serie bestimmt
Wer beide Strecken nebeneinanderlegt, sieht dasselbe Restaurant zweimal in unterschiedlicher Tonlage: einmal zurückhaltend und klassisch, einmal kräftig und grafisch. Keine der beiden ist richtiger.
Wichtig ist, dass ein Haus sich innerhalb einer Verwendung für eine entscheidet. Speisekarte und Website in zwei Tonlagen wirken wie zwei Restaurants — und genau das ist der häufigste Fehler, wenn Bilder aus mehreren Jahren unsortiert nebeneinander landen.


