Fleischgericht mit Kräuterkruste, Rosmarinzweig und essbarer Blüte auf Kartoffelgemüse

Kräuterwirte im Rheingau: regionale Küche in einer Bildsprache

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Die Kräuterwirte sind ein Zusammenschluss von Gastronomen rund um die regionale Kräuterküche. Das ist eine ungewöhnliche Aufgabe für eine Bildstrecke: Sie muss mehrere Häuser zeigen und trotzdem als eine Serie zusammenhalten.

Entstanden sind zwei Teile, die zusammengehören — die einzeln angerichteten Gerichte der beteiligten Küchen und ein gemeinsames Bild der Wirte selbst.

Die Aufsicht macht Kräuter lesbar

Der größte Teil der Gerichte ist senkrecht von oben fotografiert. Bei einer Küche, deren Kennzeichen Kräuter, Blüten und Öle sind, ist das die Perspektive, in der man tatsächlich etwas sieht.

Von der Seite verschwindet ein Kräuteröl unter dem Tellerrand, und ein Blütenblatt liegt hinter dem Fleisch. Von oben liegt jede Komponente frei, und die Anordnung auf dem Teller wird selbst zum Motiv.

Das gilt auch für die zurückhaltenden Gänge: Ein Teller, auf dem fast nichts liegt, ist von oben eine Komposition und von der Seite eine leere Fläche.

Vorspeise mit gelber Blüte, Kräuteröl und Kresse auf einem weißen Teller, von oben
Von oben ist das Kräuteröl ein Muster; von der Seite wäre es unsichtbar.Kräuterwirte, Rheingau

Wechselnde Untergründe, gleichbleibendes Licht

Schiefer, Holz, Marmor und dunkler Stein wechseln von Gang zu Gang. Jeder Untergrund bekommt das Gericht, zu dem er passt: helles Marmor unter dunkler Sauce, dunkler Stein unter hellem Püree.

Was nicht wechselt, ist die Lichtführung. Eine weiche seitliche Quelle zeigt die Höhe der Komponenten, ohne dunkle Saucen zuzuschatten — dieselbe Einstellung über die gesamte Serie hinweg.

Diese Aufteilung ist der Kern der Aufgabe: Der Untergrund sorgt für Abwechslung, das Licht für Zusammenhalt. Wären beide variabel, zerfiele die Serie in Einzelbilder.

Minimalistisch angerichteter weißer Teller mit einer Blüte auf grauem Holz
Grau verwittertes Holz unter weißem Porzellan: der Untergrund wechselt, das Licht nicht.Kräuterwirte, Rheingau

Das Gruppenbild macht aus Tellern eine Initiative

Am Ende steht ein gemeinsames Bild der beteiligten Wirte: sechs Personen in gleichen hellgrünen Schürzen, Kräutertöpfe auf einem Wagen zwischen ihnen, dahinter die Holzvertäfelung einer Gaststube.

Die gleichen Schürzen und die Kräuter in der Mitte sind das, was die Aufnahme trägt. Ohne sie wären es sechs Gastronomen, die zufällig nebeneinanderstehen; mit ihnen ist erkennbar, dass sie zu einer Sache gehören.

Der Aufnahmeort ist bewusst eine der Gaststuben und kein neutraler Hintergrund. Eine regionale Initiative, vor weißem Karton fotografiert, verliert genau die Region, um die es geht.

Sechs Wirte in hellgrünen Schürzen mit Weingläsern um einen Wagen mit Kräutertöpfen
Gleiche Schürzen, Kräuter in der Mitte, eine Gaststube dahinter.Kräuterwirte, Rheingau

Weitere Gänge aus der Serie

Fisch auf grünem Püree mit Sauerampfer auf einem weißen Teller, von oben auf Marmor
Heller Marmor unter hellem Teller: der Kontrast entsteht über das Gericht.Kräuterwirte, Rheingau
Dessertteller mit Törtchen, Erdbeeren und Eis auf grauem Schiefer
Schiefer für das Dessert: dunkler Grund unter hellen Komponenten.Kräuterwirte, Rheingau

Was eine gemeinsame Serie zusammenhält

Bei einer Initiative aus mehreren Betrieben ist die naheliegende Lösung, jeden für sich zu fotografieren. Das Ergebnis sind so viele Bildsprachen, wie es Häuser gibt, und ein Auftritt, der wie eine Sammlung aussieht.

Hier läuft es umgekehrt: Ein Licht, eine Perspektive, wechselnde Untergründe. Die Küchen bleiben unterscheidbar, der Auftritt bleibt einer — und das Gruppenbild sagt am Ende ausdrücklich, was die Teller schon vorher zeigen.

Beispielbild: Food-FotografiePassende LeistungFood-Fotografie