Seilbahn Assmannshausen — Fotoproduktion
Landschafts- und Tourismusfotografie an der Seilbahn Assmannshausen im Rheingau. Der Sessellift in Assmannshausen im Rheingau, fotografiert im Betrieb.
Der Sessellift in Assmannshausen im Rheingau, fotografiert im Betrieb. Offene Zweiersitze schweben über die Rebzeilen, darunter die Schieferdächer des Ortes und der Rhein mit seiner Sandbank; in einem Sessel sitzt ein Hund neben seiner Besitzerin, in einem anderen halten zwei Fahrgäste das Handy in die Höhe. Eine Aufstiegsanlage ist fotografisch ein Gefäß für die Aussicht — der Sessel interessiert nur, solange er das Tal dahinter freigibt.
Fotografiert wird an einem hellen Sommertag, und das ist keine gute Nachricht. Die Sonne steht hoch, das Tal ist grell, und die Fahrgäste sitzen im Gegenlicht über einer Landschaft, die selbst leuchtet. Wer auf die Weinberge belichtet, bekommt Silhouetten im Sessel; wer auf die Gesichter belichtet, verliert den Rhein. Die Aufnahmen entstehen darum in der Mitte und werden knapp gehalten — die Schatten in den Sesseln lassen sich zurückholen, das ausgebrannte Wasser nicht.
Der Standpunkt entlang der Trasse entscheidet über alles Weitere. Ein Sessellift läuft an Stützen aus grünem Stahlfachwerk vorbei, und ein solcher Mast im Rücken der Fahrgäste zerstört die Aussicht, die das ganze Motiv ist. Also wird die Position so gewählt, dass hinter dem Sitz die Schieferdächer, der Kirchturm und die Sandbank im Fluss stehen — und dann mit langer Brennweite gearbeitet, damit Ort und Strom hinter dem Sessel zusammenrücken statt in der Weite zu verschwinden.
Zeit gibt es nicht. Ein entgegenkommender Sessel passiert einmal, in bekannter Höhe und mit bekannter Geschwindigkeit, und niemand posiert dabei. Der Schärfepunkt liegt deshalb vorher fest, und was bleibt, ist ein Moment pro Fahrgast: zwei Frauen im Sommerkleid, die lachend hereinschweben, jemand mit dem Handy in der ausgestreckten Hand, ein Paar, das rückwärts ins Dorf hinabfährt. Genau diese Beiläufigkeit ist der Grund, warum eine Aufstiegsanlage überhaupt fotografiert wird — nicht die Technik, sondern die Viertelstunde, die sie verkauft.
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