Kongresssaal von hinten: beleuchtete Bühne, zwei Leinwände und volle Stuhlreihen während einer Firmenveranstaltung

Videoproduktion für Unternehmen: Von der ersten Idee bis zum fertigen Film

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Ein Unternehmensvideo kann Leistungen erklären, Vertrauen aufbauen, Mitarbeiter vorstellen oder die Atmosphäre einer Veranstaltung vermitteln. Damit der fertige Film diese Aufgabe erfüllt, muss vor dem Dreh mehr geklärt sein als Location, Kamera und Termin.

Die wichtigsten Entscheidungen fallen bereits während der Vorbereitung. Wer Zielgruppe, Botschaft und Einsatzbereich frühzeitig definiert, vermeidet unnötige Drehtage und erhält Material, das sich langfristig verwenden lässt.

Dieser Leitfaden zeigt, welche Informationen Unternehmen für die Planung einer professionellen Videoproduktion benötigen.

Welches Ziel soll das Video erreichen?

Der erste Schritt ist nicht die Wahl eines Filmstils, sondern die Festlegung des Ziels. Ein Video sollte eine konkrete Aufgabe erfüllen. Mögliche Ziele sind:

  • ein Unternehmen oder eine Marke vorstellen
  • eine Dienstleistung verständlich erklären
  • neue Kunden gewinnen
  • Bewerber ansprechen
  • eine Veranstaltung dokumentieren
  • ein Produkt präsentieren
  • Vertrauen durch Kundenstimmen schaffen
  • Inhalte für Social Media produzieren
  • interne Abläufe oder Wissen vermitteln
Redner auf der Bühne des Horizont Kongresses vor der beleuchteten Bühnenrückwand, im Vordergrund die Silhouetten des Publikums
Horizont Kongress: die Bühne, um die herum ein Eventfilm gebaut wird.

Eine klare Hauptaufgabe schlägt eine lange Liste

Ein Video kann mehrere Aufgaben unterstützen. Eine klare Hauptaufgabe hilft jedoch dabei, Länge, Aufbau und Bildsprache sinnvoll festzulegen.

„Wir brauchen einen Imagefilm“ ist deshalb noch kein vollständiges Ziel. Präziser wäre beispielsweise: „Potenzielle Geschäftskunden sollen innerhalb von 90 Sekunden verstehen, was uns von anderen Anbietern unterscheidet.“

Die Zielgruppe festlegen

Ein Film für bestehende Kunden benötigt eine andere Ansprache als ein Recruiting-Video für Auszubildende. Auch Sprache, Tempo, Motive und Veröffentlichungsplattform hängen von der Zielgruppe ab. Vor Produktionsbeginn sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wer soll das Video sehen?
  • Was weiß diese Person bereits über das Unternehmen?
  • Welches Problem oder Interesse bringt sie mit?
  • Welche Information ist für ihre Entscheidung wichtig?
  • Was soll sie nach dem Video tun?
Zwei Teilnehmer im Gespräch an einem Messestand, hinter ihnen eine Leinwand mit der Aufschrift „all eyes on you“

Das richtige Videoformat auswählen

Nicht jede Aufgabe benötigt einen klassischen Imagefilm. Abhängig vom Ziel können andere Formate besser geeignet sein.

Ein Imagefilm vermittelt Identität, Werte und Arbeitsweise eines Unternehmens. Er eignet sich besonders für Websites, Präsentationen, Veranstaltungen und die Unternehmenskommunikation.

Ein Recruiting-Video richtet sich an potenzielle Bewerber. Im Mittelpunkt stehen Arbeitsalltag, Unternehmenskultur, Entwicklungsmöglichkeiten und authentische Aussagen von Mitarbeitern.

Ein Produkt- oder Erklärvideo stellt eine konkrete Leistung, ein Produkt oder einen Prozess verständlich dar. Der Nutzen für den Kunden sollte schnell erkennbar sein.

Interview und Kundenstimme vermitteln Fachwissen, Persönlichkeit und Vertrauen. Kundenstimmen zeigen Erfahrungen aus der Perspektive eines Auftraggebers.

Ein Event-Trailer oder Aftermovie fasst Atmosphäre, Programmpunkte und Reaktionen zusammen. Er kann zur Nachbereitung und gleichzeitig zur Bewerbung der nächsten Veranstaltung eingesetzt werden. Beispiele stehen unter Event-Trailer.

Social-Media-Content entsteht als kurzes Hoch- oder Querformat für Plattformen wie Instagram, LinkedIn oder YouTube. Häufig lohnt es sich, mehrere kurze Beiträge während derselben Produktion aufzunehmen.

Blick von oben in eine Messehalle mit weißen Ausstellungsständen beim JEC Forum DACH in Frankfurt
JEC Forum DACH: eine Messe liefert Motive für mehrere Formate an einem Tag.

Eine zentrale Botschaft formulieren

Ein häufiger Fehler besteht darin, zu viele Informationen in einem Film unterbringen zu wollen. Dadurch wird das Ergebnis lang und verliert an Klarheit.

Hilfreich ist ein einziger Satz: Nach dem Video soll die Zielgruppe verstanden haben, dass …

Dieser Satz dient als Filter für alle weiteren Entscheidungen. Inhalte, die nicht zur zentralen Aussage beitragen, können in ein separates Video, einen Artikel oder eine Unterseite ausgelagert werden.

Wo wird das Video veröffentlicht?

Der spätere Einsatzbereich muss vor dem Dreh bekannt sein. Ein Video für die Startseite unterscheidet sich von einem Beitrag für Instagram oder einer Präsentation auf einer großen Leinwand. Mögliche Kanäle sind:

  • Unternehmenswebsite und Landingpages
  • YouTube
  • LinkedIn
  • Instagram und Facebook
  • Messen und Veranstaltungen
  • Stellenanzeigen
  • Newsletter
  • interne Kommunikation
  • digitale Werbeanzeigen
Abendliche Dachterrasse über Frankfurt mit Gästen einer Firmenveranstaltung vor der Skyline

Ein Dreh, mehrere Seitenverhältnisse

Für mehrere Kanäle werden meist unterschiedliche Seitenverhältnisse benötigt. Neben dem klassischen Querformat können Hochformat und quadratische Ausschnitte relevant sein.

Diese Varianten sollten bereits bei Bildaufbau und Kameraposition berücksichtigt werden. Ein nachträglicher Zuschnitt ist nicht bei jeder Szene problemlos möglich.

Konzept und Ablauf entwickeln

Aus Ziel, Zielgruppe und Botschaft entsteht das Konzept. Es legt fest, welche Geschichte der Film erzählt und welche Bilder dafür benötigt werden. Ein Konzept kann folgende Bestandteile enthalten:

  • kurze inhaltliche Zusammenfassung
  • Aufbau und Reihenfolge
  • gewünschte Länge
  • Interviewpartner oder Sprecher
  • benötigte Drehorte
  • wichtige Situationen und Motive
  • Stil und Stimmung
  • Musik und Ton
  • Einblendungen und Grafiken
  • geplante Ausgabeformate
Teilnehmer eines Firmenmeetings notiert mit Filzstift Stichpunkte auf eine mit Packpapier bespannte Wand
Hörbiger TOP 100 Meeting: ein Konzept beginnt selten als Drehbuch.

Drehbuch, Storyboard oder Szenenliste

Abhängig vom Umfang kann aus dem Konzept ein Drehbuch, ein Storyboard oder eine strukturierte Szenenliste entstehen.

Nicht jede Produktion benötigt ein vollständig ausformuliertes Drehbuch. Eine verbindliche Planung verhindert jedoch, dass wichtige Aufnahmen am Drehtag fehlen.

Interviews richtig vorbereiten

Interviews wirken besonders überzeugend, wenn die Antworten natürlich klingen. Wortwörtlich auswendig gelernte Texte führen häufig zu einer steifen Darstellung.

Besser ist eine Vorbereitung mit Themen und Leitfragen. Die interviewte Person weiß dadurch, worüber gesprochen wird, kann aber in eigenen Worten antworten. Vor dem Dreh sollte geklärt werden:

  • Wer spricht im Video?
  • Welche fachlichen oder persönlichen Themen behandelt die Person?
  • Welche Aussagen sind unverzichtbar?
  • Gibt es Formulierungen, die vermieden werden sollen?
  • Wird das Interview direkt in die Kamera oder zu einem Gesprächspartner geführt?
  • In welcher Sprache wird gesprochen?
Sprecher mit Handmikrofon steht während einer Fragerunde zwischen den Sitzreihen eines Firmenmeetings

Ein ruhiger Raum gehört zur Technik

Für Interviews sollte ein ruhiger Raum eingeplant werden. Lüftungsanlagen, Telefone, Baustellen oder laufender Publikumsverkehr können die Tonaufnahme beeinträchtigen.

Wie viel dabei am Ton hängt und wie wenig Ausrüstung dafür nötig ist, steht in Bessere Tonaufnahmen auf dem Smartphone.

Drehorte vorbereiten

Ein Raum kann im Alltag gut aussehen und vor der Kamera trotzdem unruhig wirken. Kleine Gegenstände, Kabel, Verpackungen oder uneinheitliche Beleuchtung fallen im Film schnell auf. Vor dem Drehtag sollten die vorgesehenen Bereiche geprüft werden:

  • Ist der Raum sauber und aufgeräumt?
  • Können vertrauliche Dokumente sichtbar sein?
  • Funktionieren alle Lampen?
  • Sind störende Geräusche zu erwarten?
  • Müssen Zugänge oder Parkplätze organisiert werden?
  • Ist genügend Platz für Kamera, Licht und Ton vorhanden?
  • Werden Genehmigungen benötigt?
  • Können Kunden oder unbeteiligte Mitarbeiter im Hintergrund erscheinen?
Leeres Foyer eines Kongresszentrums mit Wegweisern und Empfangstresen vor dem Beginn einer Veranstaltung
Dieselbe Fläche, zwei Stunden später: der Grund, früh zu kommen.

Mitarbeiter und Beteiligte koordinieren

Eine kurze Besichtigung oder die Zusendung aktueller Fotos erleichtert die Vorbereitung.

Alle Personen, die im Video auftreten, sollten frühzeitig informiert werden. Dazu gehören nicht nur Interviewpartner, sondern auch Mitarbeiter in Arbeitssituationen oder Personen im Hintergrund. Wichtig sind:

  • genaue Uhrzeiten
  • benötigte Dauer
  • passende Kleidung
  • sichtbare Logos oder Marken
  • Ansprechpartner am Drehtag
  • Freigaben für die Verwendung der Aufnahmen

Kleidung, die vor der Kamera trägt

Kleidung mit sehr kleinen Mustern, großen Fremdlogos oder stark reflektierenden Materialien kann vor der Kamera ungünstig wirken. Eine Auswahl alternativer Oberteile ist deshalb häufig hilfreich.

Wie läuft der Drehtag ab?

Der Drehtag beginnt normalerweise mit dem Aufbau und der technischen Vorbereitung. Dazu gehören Kamera, Licht und Ton. Anschließend werden die geplanten Interviews und ergänzenden Szenen aufgenommen.

Der tatsächliche Zeitbedarf hängt von der Anzahl der Motive, Drehorte und beteiligten Personen ab. Für Umbauten, Wiederholungen und Wege sollte ausreichend Puffer eingeplant werden.

Eine verantwortliche Person auf Unternehmensseite sollte während des gesamten Drehs erreichbar sein. Sie kann Räume öffnen, Mitarbeiter koordinieren und kurzfristige Entscheidungen treffen.

Kameramann sitzt am Rand einer Firmenveranstaltung und prüft die Einstellungen an seiner Kamera

Was passiert nach dem Dreh?

Nach der Aufnahme beginnt die Postproduktion. Das Material wird gesichtet, ausgewählt und zu einer zusammenhängenden Geschichte montiert. Je nach Projekt gehören dazu:

  • Auswahl der besten Aufnahmen
  • Videoschnitt
  • Bearbeitung von Farbe und Kontrast
  • Optimierung und Mischung des Tons
  • Auswahl und Lizenzierung von Musik
  • Einblendung von Namen und Funktionen
  • Untertitel
  • Logos und Grafiken
  • verschiedene Sprach- oder Formatversionen
  • gemeinsame Korrekturschleifen
  • Export für die vorgesehenen Plattformen
Referent erläutert Zahlen an einem großen Bildschirm während eines Firmenmeetings

Feedback gebündelt statt einzeln

Vorab vereinbarte Ansprechpartner und gebündeltes Feedback beschleunigen die Abstimmung. Wenn mehrere Abteilungen beteiligt sind, sollte das Unternehmen Rückmeldungen intern sammeln und als konsolidierte Liste übermitteln.

Wovon hängen die Kosten einer Videoproduktion ab?

Der Preis ergibt sich aus dem gesamten Produktionsaufwand und nicht nur aus der Dauer des fertigen Videos. Wesentliche Faktoren sind:

  • Umfang von Konzept und Vorbereitung
  • Anzahl der Drehorte und Drehtage
  • Größe des benötigten Teams
  • technische Anforderungen
  • Anzahl der Interviews und Darsteller
  • Aufwand für Schnitt und Ton
  • Animationen oder Grafiken
  • Musik- und Sprecherlizenzen
  • Untertitel und Sprachversionen
  • Anzahl der gewünschten Ausgabeformate
  • Umfang der Korrekturschleifen
  • vorgesehene Nutzungsbereiche

Kurz ist nicht gleich günstig

Ein kurzes Video kann aufwendiger sein als ein längerer Film, wenn dafür viele Orte, Darsteller oder Spezialaufnahmen benötigt werden. Die Grundlagen der Preisbildung stehen auf Preise.

Welche Informationen gehören in eine Projektanfrage?

Für eine erste Einschätzung helfen folgende Angaben:

  • Unternehmen und Ansprechpartner
  • Ziel des Videos
  • wichtigste Zielgruppe
  • gewünschtes Videoformat
  • geplanter Veröffentlichungsort
  • ungefähr gewünschte Länge
  • mögliche Drehorte
  • beteiligte Personen
  • gewünschter Fertigstellungstermin
  • benötigte Sprach- und Formatversionen
  • vorhandenes Budget oder Budgetrahmen

Videoproduktion für Unternehmen anfragen

Nicht alle Details müssen bereits feststehen. Eine klare Beschreibung der Ausgangssituation reicht aus, um gemeinsam die passende Umsetzung zu entwickeln.

Eine professionelle Videoproduktion beginnt mit einem klaren Ziel und einer realistischen Planung. Gerne unterstütze ich Sie dabei, aus einer ersten Idee ein umsetzbares Konzept zu entwickeln.

Beispiele aus bisherigen Produktionen finden Sie unter Videoproduktion. Senden Sie mir für eine erste Einschätzung die wichtigsten Informationen zu Ihrem Unternehmen, dem gewünschten Video und dem geplanten Veröffentlichungstermin.

Beispielbild: Videoproduktion und FilmproduktionPassende LeistungVideoproduktion und Filmproduktion