Gäste an einem gedeckten Tisch am Abend, dahinter die beleuchtete Bar

Professionelle Restaurantfotografie: So bereiten Sie das Shooting richtig vor

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Gäste entscheiden häufig anhand von Bildern, ob ein Restaurant zu ihrem Anlass und ihren Erwartungen passt. Noch bevor die Speisekarte gelesen oder ein Tisch reserviert wird, sehen sie Aufnahmen bei Google, auf der Website, in sozialen Netzwerken oder auf Buchungsplattformen.

Professionelle Restaurantfotografie sollte deshalb mehr zeigen als einzelne Gerichte. Räume, Licht, Service, Menschen und Details vermitteln gemeinsam, welche Atmosphäre Gäste vor Ort erwartet.

Eine sorgfältige Vorbereitung hilft dabei, innerhalb der verfügbaren Zeit eine vielseitige und einheitliche Bildserie zu erstellen. Richtig vorbereitet, entsteht an einem einzigen Termin Material für Website, Karte und soziale Netzwerke.

Welche Bilder benötigt ein Restaurant?

Zu Beginn sollte festgelegt werden, wo die Aufnahmen eingesetzt werden. Typische Anwendungen sind:

  • Restaurantwebsite
  • Google-Unternehmensprofil
  • Instagram und Facebook
  • Pressemitteilungen
  • Buchungs- und Bewertungsplattformen
  • Speisekarten und Getränkekarten
  • Anzeigen und Broschüren
  • Lieferdienste
  • Veranstaltungsangebote
  • Hotel- und Tourismusportale

Aus dem Verwendungszweck ergeben sich unterschiedliche Bildformate. Für Websites werden häufig breite Querformate benötigt. Für Instagram sind Hochformate besonders relevant. Lieferplattformen benötigen dagegen meist klar erkennbare Aufnahmen einzelner Gerichte.

Wenn die Bilder vielseitig eingesetzt werden sollen, müssen verschiedene Ausschnitte bereits während des Shootings berücksichtigt werden.

Gäste vor dem Eingang der Champagner-Bar Bollicine & Co. in Wertheim Village
Außenansicht und Eingang, fotografiert vor dem Andrang.Bollicine & Co., Wertheim Village

Eine Motivliste erstellen

Eine verbindliche Motivliste verhindert, dass wichtige Bereiche oder Gerichte vergessen werden. Sie sollte nach Prioritäten geordnet sein.

Mögliche Motive sind:

  • Außenansicht und Eingang
  • Gastraum
  • Bar und Theke
  • Terrasse oder Garten
  • gedeckte Tische
  • charakteristische Details
  • Küche und Zubereitung
  • einzelne Speisen
  • Menüs und Kombinationen
  • Getränke und Cocktails
  • Küchenchef und Mitarbeiter
  • Service am Gast
  • besondere Veranstaltungsbereiche
  • Gruppen- und Porträtaufnahmen

Es ist meist nicht sinnvoll, die gesamte Speisekarte an einem einzigen Termin zu fotografieren. Eine Auswahl charakteristischer Gerichte vermittelt das Konzept häufig besser als eine große Zahl ähnlicher Aufnahmen.

Die richtigen Speisen auswählen

Fotografiert werden sollten Gerichte, die das Restaurant klar repräsentieren. Dazu gehören beispielsweise besondere Spezialitäten, häufig bestellte Speisen oder Angebote, die sich von Mitbewerbern unterscheiden.

Bei der Auswahl helfen folgende Fragen:

  • Welche Gerichte stehen für das Konzept?
  • Welche Speisen werden besonders häufig bestellt?
  • Welche Angebote sind wirtschaftlich wichtig?
  • Welche Gerichte sehen auch auf Bildern attraktiv aus?
  • Welche saisonalen Speisen bleiben länger im Angebot?
  • Welche Motive werden für Werbung oder Presse benötigt?

Gerichte, die unmittelbar nach der Aufnahme wieder von der Karte verschwinden, sollten nur dann Vorrang bekommen, wenn sie Teil einer konkreten Kampagne sind.

Teller mit Tortellini und gehobeltem Trüffel auf weißem Porzellan
Ein Gericht, das für die Karte steht — fotografiert direkt nach dem Anrichten.Bollicine & Co., Wertheim Village

Küche und Fotografie zeitlich abstimmen

Speisen verändern sich schnell. Saucen trocknen an, Eis schmilzt, Kräuter verlieren ihre Frische und warme Komponenten verändern ihre Oberfläche. Deshalb sollte ein Gericht erst dann fertiggestellt werden, wenn Kamera, Licht und Bildaufbau vorbereitet sind.

Ein sinnvoller Ablauf ist:

  1. Aufnahmefläche und Perspektive vorbereiten.
  2. Teller, Besteck und Dekoration auswählen.
  3. Licht und Kamera testen.
  4. Küche über die bevorstehende Aufnahme informieren.
  5. Gericht frisch anrichten.
  6. Hauptaufnahme unmittelbar erstellen.
  7. Zusätzliche Perspektiven und Details fotografieren.

Die Küche sollte wissen, in welcher Reihenfolge die Gerichte benötigt werden. Dadurch entstehen weniger Wartezeiten und unnötige Neuanrichtungen.

Gerichte realistisch präsentieren

Professionelle Foodfotografie soll ein Gericht attraktiv darstellen. Trotzdem sollte das Bild dem tatsächlichen Angebot entsprechen.

Gäste erwarten, dass die bestellte Speise grundsätzlich so aussieht wie auf der Website oder Speisekarte. Zutaten, Portionsgröße und Anrichtung sollten deshalb nicht ausschließlich für das Foto verändert werden.

Eine saubere Tellerkante, frische Zutaten und eine sorgfältige Platzierung verbessern die Wirkung, ohne ein falsches Versprechen zu erzeugen.

Gast mit einem Glas Champagner an der Theke, daneben ein angerichteter Teller
Das Gericht im Betrieb statt im Studio: derselbe Teller, den ein Gast bekommt.Bollicine & Co., Wertheim Village

Geschirr und Untergründe auswählen

Teller, Gläser, Besteck und Tischoberflächen beeinflussen die Bildwirkung. Sie sollten zum Stil des Restaurants und zum jeweiligen Gericht passen.

Vor dem Shooting sollte geprüft werden:

  • Sind Teller und Gläser frei von Kratzern und Fingerabdrücken?
  • Gibt es mehrere identische Exemplare als Ersatz?
  • Passt die Farbe des Geschirrs zum Gericht?
  • Sind Tischplatten und Untergründe sauber?
  • Werden Servietten oder Tischwäsche benötigt?
  • Welche Dekoration passt zur bestehenden Markenwirkung?
  • Sind störende Logos oder Herstellerkennzeichnungen sichtbar?

Zu viele Accessoires können vom eigentlichen Gericht ablenken. Häufig genügt eine kleine Auswahl passender Elemente.

Sommelier schenkt Champagner ein, im Vordergrund polierte Gläser auf der Theke
Gläser, Flaschen und Theke: die Oberflächen entscheiden über die Wirkung.Bollicine & Co., Wertheim Village

Gastraum vollständig vorbereiten

Auf Bildern fallen Unregelmäßigkeiten schnell auf. Vor der Aufnahme sollten Tische und Stühle gleichmäßig ausgerichtet sein. Speisekarten, Gläser, Besteck und Servietten müssen ein einheitliches Gesamtbild ergeben.

Außerdem sollten folgende Punkte kontrolliert werden:

  • Lampen funktionieren und besitzen passende Lichtfarben.
  • Fenster und Spiegel sind sauber.
  • Private Gegenstände wurden entfernt.
  • Kabel und Reinigungsutensilien sind nicht sichtbar.
  • Pflanzen und Dekoration befinden sich in gutem Zustand.
  • Hinweisschilder stehen gerade.
  • Jacken, Taschen und Lieferkartons wurden entfernt.
  • Außenflächen und Eingang sind vorbereitet.

Der Gastraum lässt sich meist am besten vor oder zwischen den regulären Öffnungszeiten fotografieren.

Atmosphäre mit Menschen vermitteln

Ein vollständig leerer Gastraum zeigt Architektur und Einrichtung, kann aber auch kühl wirken. Bilder mit Mitarbeitern oder ausgewählten Gästen vermitteln Nutzung und Atmosphäre.

Mögliche Situationen sind:

  • Begrüßung am Eingang
  • Beratung durch den Service
  • Servieren eines Gerichts
  • Zubereitung in der Küche
  • Anstoßen am Tisch
  • Gespräch an der Bar
  • Arbeiten an der Kaffeemaschine
  • Anrichten durch den Küchenchef

Diese Szenen sollten natürlich aussehen und zum tatsächlichen Restaurantbetrieb passen. Zu viele Personen können dagegen vom Raum oder vom Gericht ablenken.

Service schenkt an der Theke ein, Gäste im Gespräch entlang der Bar
Service am Gast: eine Szene aus dem Betrieb, nicht gestellt.Bollicine & Co., Wertheim Village

Mitarbeiter vorbereiten

Wenn das Team fotografiert wird, sollten alle Beteiligten den Zeitpunkt und den geplanten Ablauf kennen. Arbeitskleidung muss vollständig, sauber und einheitlich sein.

Vorab sollte geklärt werden:

  • Welche Mitarbeiter sind zu sehen?
  • Werden Einzelporträts oder Arbeitssituationen benötigt?
  • Sind Namensschilder erwünscht?
  • Gibt es unterschiedliche Kleidung für Küche und Service?
  • Wer darf die Verwendung der Bilder freigeben?
  • Welche Tätigkeiten sollen dargestellt werden?

Eine kurze Vorbereitung spart am Shootingtag Zeit und sorgt für ein stimmiges Erscheinungsbild.

Sommelier in Anzug und Weste präsentiert eine Flasche Champagner an der Bar
Mitarbeiter bei der Arbeit: vorbereitet, in eigener Arbeitskleidung.Bollicine & Co., Wertheim Village

Außenaufnahmen und Tageszeit planen

Fassade, Eingang und Terrasse sind vom Wetter und vom Sonnenstand abhängig. Sehr hartes Sonnenlicht kann ungünstige Schatten verursachen. In der Dämmerung lässt sich dagegen häufig eine warme und einladende Kombination aus Innen- und Außenlicht aufnehmen.

Vor den Außenaufnahmen sollten:

  • Eingang und Fenster gereinigt sein
  • Tische und Stühle vollständig stehen
  • Sonnenschirme passend ausgerichtet sein
  • Speisekarten und Aufsteller kontrolliert werden
  • störende Fahrzeuge möglichst entfernt werden
  • Außenbeleuchtung und Beschilderung funktionieren

Bei stark wetterabhängigen Motiven ist ein möglicher Ersatztermin sinnvoll.

Sektkühler auf einem Tisch der Terrasse, dahinter Gäste unter Sonnenschirmen
Terrasse am Nachmittag, kurz vor dem Empfang.Summer Liaison, Le Panther Frankfurt

Fotos für Google und Social Media einplanen

Nicht jedes Motiv funktioniert auf jeder Plattform. Für Google sind klare Aufnahmen von Fassade, Eingang, Gastraum und Speisen besonders hilfreich. Soziale Netzwerke erlauben eine emotionalere und abwechslungsreichere Darstellung.

Neben den klassischen Motiven können deshalb auch folgende Inhalte aufgenommen werden:

  • Detailaufnahmen bei der Zubereitung
  • Hände beim Anrichten
  • kurze Abläufe hinter der Bar
  • saisonale Dekoration
  • Teammitglieder bei der Arbeit
  • verschiedene Hochformate
  • Bilder mit freier Fläche für Texte
  • kleine Bildserien zu einem Gericht

Mit einer entsprechenden Planung lässt sich während eines Shootings Material für mehrere Wochen oder Monate erstellen.

Beleuchtete Gasse vor der Bar am Abend mit farbiger Lichtinstallation
Abendlicht vor dem Haus: ein Motiv, das tagsüber nicht entsteht.Bollicine & Co., Wertheim Village

Häufige Fehler bei Restaurantfotos

Einige Probleme lassen sich bereits durch gute Vorbereitung vermeiden:

  • zu viele Gerichte an einem einzigen Termin
  • Speisen werden fertiggestellt, bevor das Set bereit ist
  • unterschiedliche Lichtfarben im Gastraum
  • Fingerabdrücke auf Gläsern und Besteck
  • unruhige Hintergründe
  • nicht abgestimmte Dekoration
  • fehlende Hochformate
  • sichtbare Lieferungen oder Reinigungsutensilien
  • uninformierte Mitarbeiter
  • keine Prioritäten in der Motivliste

Ein klarer Ablauf ist meistens wichtiger als eine möglichst große Anzahl unterschiedlicher Motive.

Checkliste für den Shootingtag

Vor Beginn der Aufnahmen sollten folgende Punkte erledigt sein:

  • Die wichtigsten Gerichte und Getränke stehen fest.
  • Die Küche kennt Reihenfolge und Zeitplan.
  • Zutaten und Dekoration sind vollständig vorhanden.
  • Geschirr, Besteck und Gläser wurden kontrolliert.
  • Gastraum und Außenbereiche sind vorbereitet.
  • Mitarbeiter wurden informiert.
  • Kleidung und Arbeitsbereiche sind sauber.
  • Alle Lampen funktionieren.
  • Eine verantwortliche Ansprechperson ist vor Ort.
  • Die benötigten Bildformate wurden festgelegt.
  • Die spätere Verwendung der Aufnahmen ist bekannt.

Professionelle Restaurantfotografie anfragen

Eine gute Bildserie zeigt nicht nur das Essen, sondern das gesamte Erlebnis eines Restaurants: Küche, Räume, Service und Atmosphäre.

Beispiele aus bisherigen Produktionen finden Sie in meiner Projektübersicht. Für eine individuelle Planung senden Sie mir Informationen zu Ihrem Restaurant, den gewünschten Motiven und den vorgesehenen Einsatzbereichen.

Beispielbild: Restaurant- und GastronomiefotografiePassende LeistungRestaurant- und Gastronomiefotografie