Studioporträt in Magenta
Porträtfotografie im Fotostudio: klassische, zeitlose Porträts. Studioporträt vor kräftigem Magenta. Der Hintergrund ist hier keine Nebensache, sondern die…
Studioporträt vor kräftigem Magenta. Der Hintergrund ist hier keine Nebensache, sondern die halbe Bildidee: Er wird separat ausgeleuchtet, damit die Farbe sauber steht und nicht auf die Haut abfärbt, während das Gesicht ein eigenes, weiches Licht von vorn bekommt. Dazu ein hoher weißer Kragen zum schwarzen Oberteil — Grafik statt Dekoration.
Ein farbiger Hintergrund wird separat ausgeleuchtet, oder er ist keiner. Ohne eigenes Licht ist Magenta eine dunkle Fläche, mit zu viel Licht färbt es auf Haar und Schulter ab — die Kunst besteht darin, den Abstand zwischen Person und Wand zu finden, an dem beides stimmt.
Der hohe weiße Kragen ist dabei kein Styling, sondern ein Werkzeug. Er trennt das Gesicht von der Farbe, er hellt das Kinn von unten auf, und er gibt dem Bild die einzige neutrale Fläche, an der sich der Weißabgleich prüfen lässt.
Und ein Studioportrait vor kräftiger Farbe hat eine kurze Halbwertszeit, wenn die Farbe eine Mode ist. Deshalb entsteht in derselben Sitzung fast immer eine Fassung vor Grau — dieselbe Person, dasselbe Licht, ein Hintergrund, der in fünf Jahren noch geht.
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