Am Anfang einer fotografischen Laufbahn steht häufig das einzelne starke Motiv. Mit wachsender Erfahrung verändert sich der Blick: Eine Serie muss zusammenpassen, verschiedene Formate bedienen und auch Monate später noch verständlich sein.
Der Ort behält seinen Charakter
Heute arbeite ich stärker mit dem vorhandenen Charakter eines Ortes. Neon darf Neon bleiben, ein dunkles Wirtshaus muss nicht wie ein heller Speisesaal aussehen und eine Aussicht sollte nicht vom Innenraum getrennt werden.
Im Druckwasserwerk heißt das: Das violette und das warme gelbe Licht auf dem Flaschenregal sind das Motiv – und nicht eine gleichmäßig aufgehellte Fassung davon.
Geplant für den späteren Einsatz
Gleichzeitig plane ich Produktionen genauer für ihren späteren Einsatz auf Websites, in Kampagnen oder im Social-Media-Feed. Welche Formate später gebraucht werden, entscheidet mit, aus welcher Position und mit welchem Bildausschnitt ich fotografiere.
Was der Film der Fotografie beigebracht hat
Auch die Verbindung von Foto und Film hat meine Bildsprache beeinflusst. Ein Foto konzentriert einen Moment. Ein Film benötigt Übergänge, Bewegung und eine nachvollziehbare Reihenfolge. Beide Perspektiven ergänzen sich inzwischen bereits bei der Planung.
Meine Bildsprache ist dadurch nicht lauter geworden. Sie ist bewusster darin geworden, Licht, Raum und tatsächliche Nutzung eines Motivs miteinander zu verbinden. Der längere Weg dorthin steht unter Entwicklung.



